Würde Kongresstival 2020

Michael Himbert

Erzieher in einer Förderschule, Vater, Musiker, Spastiker

 


 

Würde :

Auf meinem Weg habe ich erfahren, wie wesentlich es ist, mit sich selbst und anderen Menschen würdevoll umzugehen. Die Würde des Menschen ist nach unserem Grundgesetz unantastbar. Auch wenn dieser Satz in unserem Gesetz steht, ist es viel wichtiger, dass man lernt ihn in seinem Herzen zu spüren. Würde ist nicht nur ein „leeres Wort“, sondern etwas, das man ganz bewusst „tun“ kann. Sie zeigt sich in der Art, wie wir miteinander sprechen, wie wir uns anschauen, wie wir uns berühren und begegnen. Und sollten wir nicht unser eigenes Körperbild, unser eigenes Empfinden wer wir sind, wohin wir gehen wollen, worin der Sinn hinter allem stecken mag, mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aus Physik, Neurobiologie und verschiedenen Lebensphilosophien benutzen, um in unserem täglichen „Lebens-Wohnzimmer“ einen „Wohlfühlraum“ zu gestalten, in dem Leben und das „Leben lernen“ Spaß machen?

Hierbei ist die Frage der Normalität eine der wichtigsten, in dieser sich immer mehr globalisierenden Welt ,  sich mit der eigenen Befindlichkeit auseinanderzusetzen und diese als die eigene zu begreifen – seine Weltsicht nicht an Norm anzusetzen um damit seiner eigenen Würde immer näher zu kommen.

Meine Würde wiederzufinden, von liebevollen Menschen mit Würde behandelt zu werden, das hat mich mir näher gebracht mit dem erlebten, dem Wissen alle Perspektiven erkennt man nur, wenn man auch am Boden war und dass es viele Menschen gibt, deren Herz dann am richtigen Ort, zur richtigen Zeit mit ähnlichen Träumen, Hoffnungen und Liebe einfach da sind.

 


 

Vortrags- oder Beitragstitel

 

»Die Geschichte vom Spasti, der Rockkonzerte trommelt« 

 


 

Kurzbio

Michael Himbert, Jahrgang 1964, 2 Söhne, lebe in Frankenthal und in Saarbrücken

– Ausbildung als Erzieher und Mediengestalter
– Fortbildung in Aufbauform: Spielpädagogik in der Jugend- und Erwachsenenbildung Kreisel, Institut für Pädagogik und Spiel, Saarbrücken

– Fortbildung für Erziehungs- und Sozialbeistände, Stadtverband Saarbrücken Universität des Saarlandes Saarbrücken, FR allgemeine Erziehungswissenschaft Arbeitseinheit Sonderpädagogik: integrative Förderung behinderter Kinder in Kindergarten

– Lernte seit meinem 10. Lebensjahr an der Musikschule Püttlingen Schlagzeug und Perkussion, habe Orchester- und Bigband Erfahrung. Spiele seit meinem 16. Lebensjahr aktiv in saarländischen Musikgruppen: Triebwagen, Sinalco Fluor S, Bo Oscarrson, Engelfangen, OE Kapelle. Schreibe Liedtexte.

– Als Schlagzeuger Veröffentlichung von CDs: „Et is halt alles nit so äänfach … “ (1994, bay-music) „Begrabt mein Herz an der Biegung der Bach“ (2011)

– 1990 Veröffentlichung des Artikels und der CD mit der Geschichte der Köllerbacher Künstler und Musikbands: „10 Jahre Dichtung und Wahrheit“ als gedrucktes Hardcover mit Kassette. Saar Rock History Volume 1 & 2; „and the beat goes on…“ (Erstveröffentlichung Volume 1 1991 und Volume 1&2 in einem Band) Helm, Roland / Küntzer, Norbert, Raueiser, 2011, Hardcover ISBN: 9783876610375

– Praktiziere seit 1991 die Feldenkrais Methode und besuchte Fortbildungskurse bei Beatriz Walterspiel, Helga Bost, Astrid Lichti, Dr. Matthias Rießland, Gudrun Bär, Eva Lochner, Stephan Schrod und Sabine Merz

– Verschiedene Kurse zur Körperwahrnehmung wie Atemtherapie nach Ilse Mittendorf bei Peter Schaub

– Praktiziere seit 1990 Tai Chi. Kurse bei Christian Hensel sowie Susanne Huth. War auch Meditationsleiter.

– 2011 Ausbildung zum Heilernergetiker bei Stefanie Menzel. Begleitete mehre Kurse als Assistent und nehme an regelmäßigen Fortbildungen teil

– Zurzeit Arbeit an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Entwicklung, als pädagogische Fachkraft, in Funktion als Klassenleitung tätig. Aufgrund vorhergehenden Tätigkeit an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt motorische Entwicklung konnte ich ein breites Spektrum an unterschiedlichen Erfahrungen mit Menschen mit Einschränkungen im Alter von 6-20 Jahren erleben. Diese Ansätze Ideen und Lebensphilosophien halfen mir im täglichen Schulalltag. Denn dieser wird geprägt durch die unterschiedlichen Krankheitsformen der Schüler, in erster Linie durch das Elternhaus und ihrem sozialen Umfeld. Hier wurde ich mit vielen weiteren Konflikten (sozialer Brennpunkt, Migrationsschüler) konfrontiert. Dies erfordert ein besonderes Maß an Flexibilität verbunden mit einem großen Spektrum an Kontakten sowohl zu Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten als auch unterschiedlichen Einrichtungen der Sozialpflege, den Landesämtern und Behörden mit ihren entsprechenden Schwerpunkten.

– Entwickle seit 2011 eines eigenes „Selbsthilfe-Körper-Lern-Übungsprogramm“ aus meinen Erfahrungen.

– 07.07.2018 Veröffentlichung meines Vortrages auf der Webside von Prof. Dr. Gerald Hüther Akademie für Potentialentfaltung

– 16.11.2018 Forum, das Wochenmagazin, Artikel in Saarbrücken und Berlin

– 04.02.2019 Saarländischer Rundfunk Porträt im Aktueller Bericht

– 11/2019 Artikel in dem Fachmagazin Feldenkraiszeit

Durch meinen zweiten Beruf als Mediengestalter konnte ich in meiner 14-jährigen Tätigkeit in verschiedenen Bereichen der freien Wirtschaft Aspekte wirtschaftlichen Denkens kennen lernen und verfüge über die Berechtigung zur Ausbildung.


 

Vortrag/Workshop

Vom Spasti, der Rockkonzerte trommelt …

Himberts Vortrag und die darin integrierten Ausschnitte von seinen Liedern/Songs bieten auf eine anderer Weise eine sehr nahe Möglichkeit des Abgleichs mit der eigenen Lebenswelt:

Er gewährt aus seiner sehr persönlichen Sicht, seinen Werdegang als  „Spasti“ – im Schulsystem, im System von Medizin und im Privaten. Er erzählt an Hand von Beispielen vom Schmerz, von der Not des Ausgeliefertseins, aber auch vom diebischen Vergnügen es geschafft zu haben ganz alleine Fahrradfahren zu lernen. Erzählt von der Wahrnehmung, die er hatte von den Möglichkeiten die ihm verwehrt blieben, ebenso, wie von der  Freundschaft und des Erfindungsreichtum die ihm entgegengebracht wurde von seinen Kumpels auf der Straße.

Das spannende und interessante an diesem Vortrag ist, dass hier ein Beispiel steht für Wahrnehmung:

Himbert, der als Protagonist seiner selbst, seit Jahren selbst in einer sogenannten Förderschule arbeitet mit Menschen, die auf ihre Weise betroffen sind von: Ausgrenzung, Behinderung, Einschränkung und sie unterstützt in ihrem Werden. Der als Songwriter und Trommler versucht künstlerisch seine Befindlichkeiten zu artikulieren und nach außen zu bringen und sie so zu teilen. Der damit großen Mut beweist, das Herz auf die Bühne des Lebens zu legen.


 

 

Produkt/ Veranstaltung


 

 

Portraitfoto: © Carmen Jasmyn Hoffmann 
Coverfoto: © Michael Himbert